185. Bundesversammlung

in Görlitz an historischem Ort wurden weitreichende Beschlüsse gefasst

Von 13.-15. Mai 2022 war Görlitz in der Oberlausitz Austragungsort der 185. Bundesversammlung des BDRG. Der LV Sachsen hatte mit BDRG-Vize und LV-Chef Wolfram John dazu eingeladen. Zu aller erst müssen wir den Organisatoren an dieser Stelle die Bestnote für die Organisation und Durchführung erteilen. Sehr faire Preise für Zimmer und Verpflegung sprachen für sich. Die Anreise erfolgte bereits für zahlreiche Funktionäre und Amtsträger am Donnerstag, den 12. Mai. Bereits Freitag früh 9.00 Uhr startet man in die BZA- Jugendleiter- und Präsidiumssitzung. Der Samstag gilt immer der Gesamtvorstandssitzung, wozu alle Landesverbände, die Fachverbände und das BDRG-Präsidium geladen werden, um die gestellten Anträge formell zu besprechen und gegebenenfalls dahin zu ändern, dass diese dann in der Bundesversammlung eine breite Mehrheit bekommen. So auch in diesem Jahr. Nach zwei Jahren Coronapause fand nun diese 185. Bundesversammlung im gewohnten Umfang statt. Auf dieses große Zusammentreffen freuten sich alle Tagungsteilnehmer schon Wochen zu vor. In der Gesamtvorstandssitzung ging es sehr harmonisch und diszipliniert von statten. Die sonst gewohnten Grabenkämpfe gab es nicht mehr. Der Präsident des BDRG Christoph Günzel zog einen trotz der vielen politischen Einflüsse der letzten Monate und Jahre positiven Rückblick. Erfreulich war, dass die Mitgliederentwicklung sich trotz Corona weniger stark negativ ausgewirkt hat, als noch in den Vorjahren. Er machte Mut, trotz Auflagen, Geflügelgrippe und steigender Energie-Futterpreise unseren Idealen treu zu bleiben. Erfreulich ist, dass die Zusammenarbeit zwischen ZDRK und BDRG weiter vertieft werden soll. So auch im Schauwesen. Einen Wehmutstropfen gab es trotzdem: 2021 wurden so wenige Bundesringe wie seit langem nicht mehr verkauft. Die Fachverbände hatten die Möglichkeit, in fünf Minuten ein Kurzstatement zu Ihrer Arbeit im Verband abzugeben.

Rückblickend wurden die Kassengeschäfte aus dem Jahr 2021 vorgestellt und der Finanzplan für 2022 präsentiert. Der WGH gab einen Rückblick und Ausblick zu den aktuellen Projekten in diesem Jahr und den kommenden. Unter Punkt Anträge gab es einige zu besprechen, die bis auf einen eine breite Zustimmung fanden. Diese werden wir in separater Tabelle aufzeigen. Am Freitagabend stand eine Brauereibesichtigung und Samstagabend der große Züchterfestabend mit Tanz an. Zur Bundesversammlung am Sonntagmorgen konnten viel politische Regionalprominenz aus Sachsen und der Oberlausitz begrüßt werden. Um die 150 Teilnehmer hatten sich im Wichernhaus im Görlitz eingefunden. Dazu wurden die verdienten Zuchtfreunde Albrecht Wolf (Thüringen), Hermann Dietz (Thüringen), Ferdinand Knobloch (Sachsen), Wolfgang Roschke (Sachsen), Josef Hanauer (Bayern), Wilfried Keil (Berlin und Brandenburg), Herbert Albrecht (Württemberg-Hohenzollern), Horst Mitschelen (Württemberg-Hohenzollern) zu neuen Bundesehrenmeistern ernannt. Im Präsidium gab es einen Wechsel beim Schriftführer. Peter Jahn schied altersbedingt aus, er durfte nach Satzung nicht mehr gewählt werden. Für Ihn rückte die 2. LV-Vorsitzende aus Bayern, Ute Hudler einstimmig nach.

Für die beiden großen Bundesschauen in Leipzig (Nationale) und Hannover (Dt. Junggeflügelschau, VHGW, VZV-Schau und neu dazu die VDT-Schau) wurde eingeladen, sich rege zu beteiligen. Die 186. Bundesversammlung 2023 findet Anfang Mai in Schwäbisch-Hall statt und der LV Württemberg-Hohenzollern zeichnet sich dafür verantwortlich.

 

Anträge zur Bundesversammlung:

Vom BZA: Änderung der AAB in Punkt Ausschussfehler bei Schwingen- und Schwanzfedernanzahl von Tauben:

Die Anzahl der Handschwingen ist grundlegend mit 10/10 festgelegt. Abweichungen im erlaubten Rahmen (9/9, 9/10, 10/11, 11/11) werden zukünftig rassespezifisch im Rassen- und Farbenschlagverzeichnis definiert. Alle Abweichungen dazu erhalten max. die Bewertungsnote b90. Rassen von normaler Größe (Körper) müssen 10/10 geschwingt sein. Weniger als 9 und mehr als 11 Handschwingen auf einer oder beiden Seiten sind Ausschlussfehler und erhalten die Bewertungsnote u0.

Weniger als 12 Schwanzfedern bei allen Rassen erhalten die Bewertungsnote g91, mehr als 12 Schwanzfedern erhalten die Bewertungsnote b90. (Ausnahme: Rassen bei denen eine höhere Schwanzfederzahl gefordert wird.)

Der Antrag wurde einstimmig beschlossen.

 

Vom VDRP: Erhöhung der Reisekostenabrechnung für PKW: Die Reisekosten für PKW zu Tagungen und Schauen werden auf Grund der steigenden Spritkosten ab 1.9.2022 auf 0,35 Euro je km angepasst

Der Antrag wurde mehrheitlich beschlossen.

 

Vom VZI: Doppelte Beringung von Ziergeflügel mit Ring des Zuchtprogrammes zur Artenreinerhaltung:  Ab sofort dürfen Ziergeflügel auch doppelt beringt ausgestellt werden

Der Antrag wurde einstimmig beschlossen.

 

Vom BDRG: Änderung in der AAB; hier wurden viele Anträge zusammengefasst und als ein Block abgestimmt:

  1. Neue Besatzdichte in Volieren: Puten, Perlhühner, Gänse: 1,2; Enten, Hühner, Zwerghühner, Jap. Legewachtel: 1,3, Tauben: 3,3

  2. Neue Besatzdichte bei Stämmen: Puten, Perlhühner, Gänse 1,1; Enten, Hühner, Zwerghühner, Jap. Legewachtel: 1,2, Tauben: 1,1. Hierbei müssen Tauben und Jap. Legewachteln werden getrennt in Käfigen präsentiert werden.

    Bei den Größen der Präsentationen in Volieren und Stämmen müssen je Tier die Grundfläche vom Einzelkäfig in der Summe zu Grunde gelegt werden.

  3. Ein gegenseitiges Bewerten von Tieren durch Preisrichter, die gleichzeitig auch Aussteller von Tieren innerhalb des Bewertungsauftrages des jeweils anderen Preisrichter sind, ist zu vermeiden. (außer auf HSS). Das gleiche gilt auch für den Einsatz von Obleuten. Dieser ist auf Bundes-LV-Schauen hierzu neu nach Rassegruppen untergliedert.

  4. Die Bewertung der Tiere erfolgt durch die Handbewertung. Außer bei Groß-Wassergeflügel (Ausnahme:  Zwergenten).

  5. Ein Messen und Wiegen ist nicht Grundlage der Qualitätsbewertung

  6. Im Siegering dürfen jetzt auch Jugendliche ausstellen. Dazu dürfen die SV die PR dem BDRG vorschlagen. Die Nominierung der PR erfolgt durch den BDRG. Der BZA und der VDRP mit BDRG bestimmen die Obleute im Siegerring. Die PR-Aufträge werden durch den VDRP-Vorsitzenden und des BDRG-Präsidiums am Vortag ausgelost. Die Auszeichnung ist persönlich abzuholen oder ein Vertreter ist zu benennen.

  7. Der Hilfsfond für Großschauen ist auf die Bundesschauen im BDRG begrenzt.

  8. Im Zuchtbuch sind jetzt auch Volierenpräsentationen zulässig und eine AOC Klasse darf intergiert werden.

Die Anträge wurden einstimmig beschlossen.